Flying Dinner Bedeutung: Ist das nur Fingerfood?
Flying Dinner und Fingerfood werden häufig miteinander verwechselt. Sie sind aber nicht zwingend dasselbe.
Fingerfood beschreibt in erster Linie die Art der Speisen. Die Portionen sind so klein, dass sie unkompliziert mit wenigen Handgriffen oder teilweise ganz ohne Besteck gegessen werden können.
Flying Dinner beschreibt dagegen das gesamte gastronomische Format.
Ein Flying Dinner kann Fingerfood enthalten, aber auch kleine warme Tellergerichte, Bowls, Suppen, Desserts, Live-Cooking-Komponenten oder andere Miniaturgerichte.
Auch Begriffe wie „Walking Dinner“ oder „Flying Buffet“ werden in der Veranstaltungsbranche teilweise ähnlich verwendet. Eine vollständig standardisierte Definition gibt es nicht. Bei einer Anfrage sollte deshalb immer geklärt werden, was der jeweilige Anbieter konkret unter dem Begriff versteht.
Entscheidend sind Fragen wie:
- Werden die Gerichte vollständig serviert?
- Gibt es zusätzlich Food-Stationen?
- Wie viele Gänge sind vorgesehen?
- Sind warme Speisen enthalten?
- Gibt es Sitzmöglichkeiten?
- Wie lange dauert die Essensphase?
- Ist das Konzept als vollständiges Dinner kalkuliert?
Damit lässt sich vermeiden, dass Veranstalter ein mehrgängiges Flying Dinner erwarten und tatsächlich nur kleine Empfangshäppchen angeboten werden.
Wie läuft ein Flying Dinner ab?
Ein gutes Flying Dinner benötigt einen erkennbaren Rhythmus. Werden alle Speisen gleichzeitig angeboten, entsteht eher ein Buffet. Liegen dagegen zu lange Pausen zwischen den einzelnen Runden, können Gäste unsicher werden, ob noch weitere Gerichte folgen.
1. Empfang und Orientierung
Der Abend beginnt meist mit einem Getränk und einer kurzen Ankommensphase.
Die Gäste sollten erkennen können:
- wo sich Garderobe und Toiletten befinden
- welche Bereiche genutzt werden können
- wo Getränke erhältlich sind
- ob es reservierte Sitzbereiche gibt
- wann das Flying Dinner startet
Bei größeren Veranstaltungen können Gastgeber die ersten 20 bis 30 Minuten bewusst für Networking nutzen, bevor die erste Speisenrunde beginnt.
2. Kleine erste Gerichte
Die ersten Komponenten sollten unkompliziert sein und den Gesprächsfluss nicht unterbrechen.
Geeignet sind beispielsweise kleine kalte Vorspeisen, Mini-Gerichte oder leichte warme Komponenten.
Die Portion muss so konzipiert sein, dass Gäste nicht gleichzeitig Teller, Besteck, Glas und Mobiltelefon balancieren müssen.
3. Mehrere kulinarische Runden
Danach folgen weitere Gänge in zeitlichen Abständen.
Ein gutes Konzept wechselt beispielsweise zwischen:
- kalten und warmen Komponenten
- leichteren und kräftigeren Gerichten
- Fleisch, Fisch und vegetarischen Varianten
- servierten Speisen und Live Cooking
- herzhaften Gängen und Dessert
Dabei sollte nicht jede Servicekraft mit demselben Gericht durch denselben Bereich laufen. Die Verteilung im Raum ist ein wesentlicher Teil der Planung.
4. Food-Stationen als Ergänzung
Food-Stationen können das Flying Dinner ergänzen. Sie schaffen einen festen kulinarischen Bezugspunkt und ermöglichen Gerichte, die sich nicht sinnvoll auf einem Tablett servieren lassen.
Live Cooking bietet zusätzlich einen Erlebnischarakter. Gäste sehen, wie ein Gericht fertiggestellt oder angerichtet wird, und kommen dabei mit Küche und anderen Teilnehmern ins Gespräch.
5. Dessert und offener Ausklang
Das Dessert signalisiert den Übergang vom eigentlichen Dinner in die spätere Phase der Veranstaltung.
Danach kann der Abend beispielsweise mit:
- Bar
- Musik
- DJ
- weiteren Drinks
- Networking
- Terrasse
- Lounge-Bereichen
fortgesetzt werden.
Das Essen gibt damit die Struktur vor, ohne den gesamten Abend zeitlich durchzutakten.
Wie lange dauert ein Flying Dinner?
Die passende Dauer hängt von der Anzahl der Gerichte und dem Veranstaltungsziel ab.
Für einen kurzen Empfang reichen möglicherweise wenige Flying-Komponenten. Ein vollständiges Abendessen benötigt deutlich mehr Zeit.
Als Grundprinzip sollte zwischen den einzelnen Servicerunden genügend Zeit für Gespräche bleiben. Gleichzeitig dürfen die Pausen nicht so lang werden, dass Gäste hungrig auf die nächste Runde warten.
Besonders bei Business-Events empfiehlt sich eine klare Dramaturgie:
- Ankommen
- erste Gespräche
- Beginn der Speisen
- mehrere Flying-Dinner-Runden
- kurzer Programmpunkt, falls vorgesehen
- Hauptphase des Networkings
- Dessert
- offener Ausklang
Reden und Präsentationen sollten möglichst nicht während einer Servicerunde stattfinden. Andernfalls stehen Servicekräfte mit warmen Gerichten im Raum, während die Aufmerksamkeit der Gäste gleichzeitig auf einer Bühne oder einem Redner liegt.
Was kostet ein Flying Dinner?
Eine pauschale Antwort auf die Frage nach den Flying-Dinner-Kosten ist nicht seriös möglich. Zwischen einem einfachen Flying Catering und einem mehrgängigen Event mit hochwertigen Produkten, Live Cooking, Getränkepaket und exklusiver Location liegen erhebliche Unterschiede.
Die wichtigsten Kostenfaktoren sind:
Speisen und Produktqualität
Die Auswahl der Produkte wirkt sich direkt auf den Preis aus. Regionale Gerichte mit saisonalen Zutaten haben eine andere Kalkulation als aufwendige Fleisch- und Fischgerichte oder hochwertige Fine-Dining-Komponenten.
Auch die Anzahl der Gänge spielt eine Rolle.
Servicepersonal
Ein Flying Dinner ist serviceintensiver als viele klassische Buffetformate. Speisen müssen in mehreren Runden aufgenommen, verteilt und Geschirr kontinuierlich abgeräumt werden.
Bei großen Gruppen steigen daher nicht nur die Lebensmittelkosten, sondern auch der Personalbedarf.
Getränke
Getränke können nach Verbrauch oder als Paket kalkuliert werden.
Bei einem längeren Business-Event sollte vorab geklärt werden:
- welche alkoholfreien Getränke enthalten sind
- ob Wein und Bier inkludiert sind
- ob Cocktails angeboten werden
- wie lange ein Getränkepaket gilt
- welche zusätzlichen Bestellungen separat berechnet werden
Location
Findet das Flying Dinner in einer Eventlocation mit eigener Gastronomie statt, können Kücheninfrastruktur, Mobiliar und Service bereits Teil des Angebots sein.
Bei externem Catering entstehen dagegen möglicherweise zusätzliche Kosten für:
- Küchentechnik
- Geschirr und Gläser
- Mobiliar
- Transport
- Kühlung
- Aufbau
- Abbau
- Reinigung
Food-Stationen und Live Cooking
Live Cooking erhöht den Erlebniswert, benötigt aber zusätzliche Fläche, Technik, Personal und Vorbereitung.
Je mehr Stationen parallel betrieben werden, desto komplexer wird die Veranstaltung.
Technik und Rahmenprogramm
DJ, Tonanlage, Mikrofone, Licht oder Präsentationstechnik gehören nicht unmittelbar zum Flying Dinner, können aber den Gesamtpreis des Events deutlich verändern.
Für einen sinnvollen Preisvergleich sollten deshalb immer vollständige Leistungspakete verglichen werden, nicht nur der reine Preis für das Essen.
Wer sich zunächst allgemein mit gastronomischen Eventkosten beschäftigt, findet im Ratgeber Catering in Nürnberg weitere Entscheidungskriterien.
Für welche Anlässe eignet sich ein Flying Dinner?
Firmenevents
Flying Dinner eignet sich für Unternehmen, die Mitarbeitende oder Geschäftspartner zusammenbringen möchten, ohne eine feste Tischordnung vorzugeben.
Besonders bei Gruppen aus mehreren Abteilungen fördert das Format wechselnde Gespräche.
Networking-Veranstaltungen
Hier spielt das Flying Dinner seine größte Stärke aus. Die Gäste können sich frei bewegen, während Essen und Getränke regelmäßig zu natürlichen Unterbrechungen und neuen Gesprächssituationen führen.
After-Messe-Partys
Nach einem langen Messetag möchten viele Gäste nicht noch mehrere Stunden an einem gesetzten Tisch sitzen. Ein bewegliches Dinner passt deshalb gut zu After-Messe-Veranstaltungen.
Weitere Hinweise hierzu bietet der Ratgeber zur Messeparty in Nürnberg.
Weihnachtsfeiern
Flying Dinner eignet sich für Firmenweihnachtsfeiern, wenn der Abend kommunikativ und weniger formell gestaltet werden soll.
Gerade bei mittleren und größeren Teams kann das Format verhindern, dass sich über mehrere Stunden dieselben kleinen Tischgruppen bilden.
Produktpräsentationen und Kundenevents
Wenn Produkte, Präsentationen oder Markeninszenierungen Teil des Abends sind, ist eine flexible Raumgestaltung hilfreich.
Gäste können zwischen Präsentationsflächen, Food-Stationen und Gesprächsbereichen wechseln.
Hochzeiten und private Feiern
Auch bei privaten Veranstaltungen kann ein Flying Dinner eine Alternative zum klassischen Menü sein. Besonders geeignet ist es für Gastgeber, die eine lockere Atmosphäre wünschen und auf eine starre Sitzordnung verzichten möchten.
Für wen eignet sich ein Flying Dinner weniger?
Das Format hat nicht nur Vorteile.
Bei Veranstaltungen mit vielen älteren oder mobilitätseingeschränkten Gästen müssen ausreichend Sitzmöglichkeiten eingeplant werden. Ein Flying Dinner darf nicht bedeuten, dass Gäste mehrere Stunden stehen müssen.
Auch sehr formelle Veranstaltungen können von einem gesetzten Menü stärker profitieren.
Ein Flying Dinner ist außerdem weniger geeignet, wenn:
- lange Reden im Mittelpunkt stehen
- eine feste Sitzordnung bewusst gewünscht wird
- sehr vertrauliche Gespräche geführt werden
- die Location kaum Bewegungsfläche bietet
- zu wenig Servicepersonal vorgesehen ist
Die Veranstaltungsform sollte deshalb immer aus dem Ziel des Abends abgeleitet werden.
Praxisbeispiel: Flying Dinner im Fränk’ness und Imperial by Alexander Herrmann & Michi Seitz
Ein Beispiel für die Umsetzung eines Flying Dinners in Nürnberg ist die gemeinsame Eventlocation von Fränk’ness und Imperial by Alexander Herrmann & Michi Seitz.
Die Eventlocation in der Königstraße 70 ermöglicht laut aktueller Angebotsdarstellung Veranstaltungen mit 10 bis 250 Gästen. Flying-Dinner-Formate mit Food-Stationen und Live Cooking werden ab 25 Gästen angeboten.
Dabei können die beiden gastronomischen Konzepte unterschiedlich eingesetzt werden.
Flying Dinner im Fränk’ness
Das Fränk’ness ist stärker auf eine urbane und kommunikative Eventatmosphäre ausgerichtet. Die offene Struktur passt zu Küchenpartys, Walking Dinner und Veranstaltungen, bei denen Gäste bewusst zwischen verschiedenen Bereichen wechseln.
Ein aktuelles Eventkonzept verbindet beispielsweise mehrere Gänge mit einer Brotzeit-Station, Live Cooking, Steakcuts und einem Flying Dessert.
Damit entsteht ein Format, bei dem fränkische Bezüge und ein lockerer Veranstaltungscharakter miteinander verbunden werden.
Flying Dinner im Imperial by Alexander Herrmann & Michi Seitz
Im Imperial by Alexander Herrmann & Michi Seitz kann das Flying Dinner stärker in Richtung Cool Fine Dining und Eventinszenierung entwickelt werden.
Die aktuelle Eventdarstellung verbindet hier unter anderem Live Cooking am Küchenpass, verschiedene Streetfood-inspirierte Komponenten und Flying Dessert mit einer Club-Atmosphäre.
Für Kundenevents, exklusive Firmenveranstaltungen oder einen hochwertigen Abend mit Networking entsteht dadurch ein anderer Charakter als bei einer klassischen Küchenparty.
Beide Konzepte miteinander verbinden
Für größere Veranstaltungen können unterschiedliche Bereiche innerhalb des Hauses miteinander kombiniert werden.
Das schafft die Möglichkeit, verschiedene Zonen einzurichten, beispielsweise:
- Empfang
- Food-Stationen
- Live Cooking
- Bar
- ruhigere Gesprächsbereiche
- späterer Ausklang
Dadurch eignet sich die Location auch für größere Business-Events, bei denen nicht alle Gäste gleichzeitig dasselbe tun sollen.
Weitere Grundlagen zur Organisation solcher Veranstaltungen behandelt der Beitrag Firmenevent in Nürnberg planen.
Flying Dinner, Buffet oder gesetztes Menü: Was ist die bessere Wahl?
Ein Flying Dinner eignet sich besonders dann, wenn Bewegung und Kommunikation Teil des Veranstaltungskonzepts sind. Die Gäste erhalten mehrere kleine Gerichte, bleiben aber flexibel und wechseln ihre Gesprächspartner. Dafür ist der Serviceaufwand vergleichsweise hoch.
Ein Buffet bietet ebenfalls Bewegungsfreiheit, verlagert die Speisenausgabe aber stärker auf die Gäste selbst. Das kann bei großen Gruppen effizient sein, birgt jedoch das Risiko von Warteschlangen an einzelnen Stationen. Zudem unterbricht der Gang zum Buffet Gespräche stärker.
Ein gesetztes Menü bietet die klarste Struktur. Jeder Gast hat einen festen Platz, die Gerichte werden gleichzeitig serviert und Reden oder Programmpunkte lassen sich gut terminieren. Dafür bleiben die Gesprächspartner während des Essens weitgehend dieselben.
Die Entscheidung lässt sich deshalb einfach zusammenfassen: Soll der Abend vor allem kommunikativ sein, spricht vieles für Flying Dinner. Soll möglichst unkompliziert eine große Gruppe versorgt werden, kann ein Buffet passen. Stehen Kulinarik, Ruhe und ein klarer Ablauf im Mittelpunkt, ist ein gesetztes Menü häufig geeigneter.